Vom Apostel zum Apostat

Die Ausgangslage in den Kirchen und in der Gesellschaft

Die Anzahl der Pfarreien ist von 13.331 in 1992 auf 11.222 in 2012 gesunken. Im Jahr 2012 gab es in Deutschland nur noch 14.636 katholische Priester gegenüber 17.931 in 1997. Das ist kein Wunder bei der hohen Anzahl der Kirchen-Austritte, die durch die Medien bekannt wurden.

Im Jahr 2017 verlor die römisch-katholische Kirche 269.000 Mitglieder in Deutschland, die evangelische Kirche (EKD) sogar 394.000. Die Gruppe der konfessionsfreien Menschen wuchs um 499.000 Personen an, die Gruppe der konfessionsgebundenen Muslime um 105.000. Dies geht aus einer Übersicht der Forschungsgruppe Weltanschauungen in Deutschland (fowid) hervor, die aktuell auf der Website der Forschungsgruppe veröffentlicht wurde.

Nach fowid-Angaben stellten die Konfessionsfreien 2017 mit 37 Prozent den größten Bevölkerungsanteil in Deutschland. Mit deutlichem Abstand folgen die Katholiken (28 Prozent), die Protestanten (26 Prozent), die konfessionsgebundenen Muslime (5 Prozent) sowie die Mitglieder sonstiger Religionsgemeinschaften (4 Prozent).

Insgesamt haben sich die langfristigen Trends für die beiden großen Kirchenverbände fortgesetzt. Ihr Anteil an der Bevölkerung hat sich von 56 Prozent (2015) über 55 Prozent (2016) auf 54 Prozent (2017) reduziert. Bleiben diese Trends erhalten oder verstärken sich sogar (wie der Sterbeüberschuss bei den EKD-Mitgliedern), so werden Katholiken und Protestanten voraussichtlich in den Jahren 2022/2023 den Anteil von 50 Prozent der Bevölkerung in Deutschland unterschreiten.

Die Kirchenbauten reduzierten sich auf aktiv 1.500, die Bistümer auf sieben. Gut 27.000 der etwa 33.350 Kirchenbauten in der BRD sind überflüssig, weil ungenutzt. Die Subventionen des Staates, also auch des konfessionsfreien Steuerzahlers, für deren Instandhaltung würden reichen um etwa eine Million Sozialwohnungen mit gehobener Ausstattung zu bauen. Freiwillige Gemeinde-Helfer verlesen wahrscheinlich zukünftig die Märchen aus dem Morgenland als Wortgottesdienste für wenige noch verbliebene Gläubige. Auch die religiösen Orden der Römisch-Katholischen Kirche (RKK) mit nur noch 22.000 Nonnen sterben, mangels Nachwuchs, in etwa 25 Jahren aus. In Österreich sind es noch 33 Orden mit 677 Mitgliedern. Das Durchschnittsalter beträgt 70 Jahre. Neueintritte gleich Null.  Eine Neuordnung der RKK wollte den Niedergang aufhalten mit 25.000 Gläubigen je Pfarrkirche statt früher 1.500. Die überforderten Priester betreuen bis zu 14 verbliebene Gemeinden. Ohne persönliche Kontakte bleiben ältere Gläubige mit Behinderung oder ohne Auto deshalb ganz weg.

An welche Glaubenssätze glauben die Menschen noch?

Die 245 unantastbaren Dogmen der RKK sind in ihrer Absurdität nur in der Psychiatrie zu vermitteln. Sie sind neuro-biologisch erklärbar und damit enthüllbar geworden. Die Kirchen setzen auf kostenfreie “biblische Soaps” im Staatsfernsehen auf Kosten der Steuerzahler. Ein TV-Gottesdienst am Sonntag kostet 100.000 €, plus die Anlauf- und Abräum-Kosten von je 100.000 €. Deren Bezahlung müsste eigentlich durch den staatlichen Rechnungshof von den Kirchen eingefordert werden.
Kirchliche Eheschließungen nahmen um 66% ab. Manche Priester bieten gar Prämien für dieses “Sakrament“, für das früher bezahlt werden musste.

Die Evangelische Kirche Deutschland (EKD) hatte bis 2009 bei 1.700 Gläubigen pro Pfarrei noch genug Pfarrer. Die Zahlen sehen bis Ende 2017 katastrophal aus.

Die Bereitschaft zum Glauben ist in den Amtskirchen so niedrig wie nie zuvor. Die Abwahl vom Religionsunterricht in der Schule zugunsten des Fachs Ethik beschleunigt den Niedergang. Die demographische Entwicklung wird oft als einzige Erklärung dafür benutzt. Es wird nicht zugegeben, dass die Forschungsergebnisse in den naturwissenschaftlichen Fächern – Physik mit Astronomie/Kosmologie, Biologie und Neurobiologie/Neurotheologie, Psychologie, Medizin und viele mehr – und der Geschichtswissenschaften – etwa Archäologie und Paläoanthropologie, sowie Geschichte im engeren Sinne inkl. natürlich der (kritischen) Kirchen- und Religionsgeschichte – in der breiten Öffentlichkeit aber auch bereits in den Schulen für Aufklärung sorgen und zur Abwendung von durch die Forschung widerlegten Aussagen in der Bibel führen. Die Aufklärung der Öffentlichkeit kann eben nicht mehr gewaltsam verhindert werden wie ehedem, etwa durch das Verbot naturwissenschaftlicher Fächer in den Schulen.

Übertragung der Entwicklung auf den Klerus

Wenn die Gesellschaft die Glaubenssätze nicht mehr mit ihrem gesunden Menschen-verstand in Einklang bringen kann, ist es nahe liegend, dass die ausgebildeten Theologen ebenfalls vom Glauben abfallen, wie 1729 ein gewisser Pfarrer, Jean Meslier, in Nord-Frankreich. Er hinterlegte sein Testament  zur Veröffentlichung nach seinem Tode. Er befürchtete schlimme Folgen zu Lebzeiten für seine Abtrünnigkeit und Ehrlichkeit. Die Theologen verfügen schließlich als pseudo-wissenschaftlich ausgebildete Menschen über eine höhere Bildung als das Gros ihrer Pfarr-Mitglieder.
Die eifrigsten späteren Gegner des Glaubens sind übrigens studierte Theologen, die während des Studiums erkannten, dass die Glaubenslehre keine Wissenschaft ist und höchstens 15% der Erzählungen in der Bibel historisch belegt sind.
Setzt man also vereinfacht die Zahl der ausgetretenen Kirchenmitglieder ins Verhältnis zu den für sie zuständigen Pfarrern, müsste auch eine hohe Zahl von Pfarrern vor der Entscheidung zu einem Abfall vom Glauben und also vor dem Kirchenaustritt stehen.

Ziel der Eröffnung einer Internet-Seite für diesen Personenkreis ist es:

  • diese Pfarrer und Angehörigen anderer kirchennaher Berufe zu erreichen, sie bei ihrer Entscheidung psychologisch zu unterstützen, wenn sie der Familie, dem Bekanntenkreis und den Pfarrgemeinde-Mitgliedern ihre Entscheidung mitteilen wollen,
  • ihnen eine Berufsberatung zu ihrer materiellen Absicherung zu bieten, wie sie durch eine möglichst kurze Fortbildung einen neuen Beruf ausüben können,
  • ihnen eine Rechtsberatung zu vermitteln, wie sie ihrem bisherigen Arbeitgeber gegenüber ihre Rechte geltend machen können.

Sie sollen sich an frühere Berufskollegen und Juristen wenden können, die den Weg bereits gegangen sind. Dabei können sie auf Wunsch ANONYM bleiben.